Tomaten Aussaat – Anleitung für die Anzucht

Tomate säen - erste Blätter
Tomate säen - erste Blätter

So langsam beginnt die neue Gartensaison und die Tomaten Aussaat steht bevor. Doch wann ist der perfekte Zeitpunkt, um Tomaten aussäen zu können? Und sollte man Tomaten vorziehen, schon fertige Pflanzen kaufen oder doch lieber selbst die Samen aussäen? Wie gewinnt man Tomaten Samen für das nächste Jahr? Dieser Artikel soll eine einfache Anleitung geben.

Tomaten Aussaat – der richtige Zeitpunkt

Um den besten Zeitpunkt für die Tomaten Aussaat auf dem Fensterbrett ist nach unserer Erfahrung der 30. März. Dann haben die Jungpflanzen bis zum Auspflanzen nach den Eisheiligen, Mitte Mai, die beste Form und eine gute Größe. Wichtig ist, dass zum Zeitpunkt der Auspflanzung kein Frost mehr erwartet wird. Dieser könnte die jungen Pflanzen nachhaltig schädigen und im schlimmsten Fall die gesamte Ernte kosten. Wer fertige Tomatenpflanzen ins Freie setzen möchte, sollte dies auch erst etwa Mitte Mai. Viele Kleingärtner richten sich für die Tomaten Aussaat gern auch nach dem Mond bzw. nach Mondkalender.

Tomaten vorziehen auf dem Fensterbrett

Wer auf dem Fensterbrett Tomaten vorziehen möchte, kann dies bequem mit einfachen Mitteln. Doch was wird für die Anzucht auf dem Fensterbrett benötigt?

  • Tomaten – Samen der gewünschten Sorte (erhältlich in anerkannten Fachbetrieben)
  • gute Anzuchterde, die nicht gedüngt ist, damit die zarten Keime nicht „verbrennen“.
  • Kleine Töpfe (aus Zellulose – ohne Torf – oder einem anderen in der Erde zersetzbaren Material), die man später mit der kleinen Tomaten-Pflanze in einen größeren Topf umsetzen oder ins Beet pflanzen kann. Damit wird der Umpflanzschock durch Wurzelbeschädigung vermieden.
  • Günstig ist ein Minigewächshaus mit durchsichtigem Deckel, das für gleichmäßige Feuchte sorgt. Der Deckel soltle täglich gelüftet werden.
Tomaten Aussaat - Vorziehen auf dem Fensterbrett

Tomaten Aussaat – Vorziehen auf dem Fensterbrett

Tomaten-Samen säen – so funktioniert´s

Die Samen der Tomaten werden einzeln in die kleinen Töpfe gelegt und zum Keimen mit ca. 5 mm Erde bedeckt. Bei etwa 18-25 Grad C dauert es ca. 10 Tage, bis die ersten Pflänzchen zu sehen sind. Sobald die ersten richtigen Blättchen zu sehen sind, werden die Pflanzen in einen größeren Topf (9 cm) umgetopft. Unter dem lichtdurchlässigen Deckel herrscht ein leicht warmes Klima und eine gleichbleibende Feuchtigkeit vor, die das Wachstum der kleinen Tomaten-Stecklinge begünstigt. Den Deckel sollte man täglich kurz anheben, damit die Tomaten Aussaat lüften kann. Auch reduziert man so die Gefahr von Fäule im Anzuchtkasten. Wichtig in der Anzuchtphase ist es, die Sonne richtig auszunutzen. Wenn man dazu kommt, kann man die Morgensonne und die Abendsonne nutzen, indem man das kleine Gewächshaus immer auf die jeweilige Sonnenseite stellt – vorausgesetzt, man hat Fenster zu jeder Seite.

Inzwischen gibt es auch handelsübliche Pflanzenleuchten, die eine optimale Wellenlänge des Lichts erzeugen. Diese wird verbunden mit einer Zeitschaltuhr, die 16 Stunden Beleuchtung ermöglicht. Auf diese Weise erhalten die kleinen Tomatenpflänzchen genügend Licht in der richtigen Wellenlänge. Aufgrund dessen schießen sie nicht so schnell in die Höhe und wachsen schön kompakt.

Einen kompakteren Wuchs erhält man auch, wenn man die Temperatur nach dem Aufgehen der Samen nicht mehr so hoch hält.  Auch die Abdeckung kann man dann entfernen. 15-18°C genügen. Sind die Pflänzchen ca. 10cm hoch kann man sie auch bei schönem warmen Wetter zum Abhärten kurzzeitig nach draußen stellen.

Tomaten aussäen - erste kleine Pflanzen

Tomaten aussäen – erste kleine Pflanzen

Tomaten ins Freie pflanzen – richtiger Zeitpunkt

Nach den Eisheiligen ist ein guter Zeitpunkt, um die bis dahin vorgezogenen Tomaten Pflanzen ins Freie zu setzen. Die Auspflanzung ins Beet sollte erst erfolgen, wenn definitiv kein Frost mehr zu befürchten ist. Empfehlenswert ist, je nach Wetterlage, ein Zeitpunkt rund um bzw. kurz nach dem 20. Mai. Hat man ein Gewächshaus zur Verfügung, kann man natürlich auch schon etwas früher die Tomaten pflanzen.

Guter Standort für die Pflanzung im Freien

Die jungen Tomatenpflanzen sollten einen sonnigen und luftigen Standort bekommen. Zudem sollte jedes Jahr die Stelle gewechselt werden, an der die Tomaten gepflanzt werden, um die Ansammlung von Krankheitserregern zu vermeiden. Zur guten Bodenvorbereitung – Lockerung und Düngung – gehört nach unserer Erfahrung eine Einarbeitung von bereits einem Jahr gelagerten Pferdemist. (ca. ein Eimer pro Pflanze). Das bewirkt auch einen guten Humusgehalt.

Man pflanzt die Tomaten-Jungpflanzen so tief, dass die Topfballen mit ca. 5 cm Erde bedeckt ist. So können die Pflanzen zusätzliche Wurzeln bilden. Der Abstand der Tomaten Pflanzen sollte mindestens ca. 50-60 cm betragen. Zur Befestigung und Rankhilfe erhalten die Pflanzen einen spiralförmigen Stab. Diesen sollte man unbedingt jedes Jahr vor Benutzung gründlich reinigen. Damit kann man die Pflanzen vor einer möglichen Ansteckung mit einer der typischen Tomaten-Krankheiten aus dem vergangenen Jahr schützen. Um die Pflanzen vor widrigen Witterungsbedinungen und der weit verbreiteten Braunfäule zu schützen, erfährt man man im Artikel Tomatenzelt bauen. Wer Zucchini aussäen möchte, findet in diesem Artikel eine Anleitung dafür.

Tomaten Aussaat - erster Keim

Tomaten Aussaat – erster Keim


Tomaten Samen einpflanzen

Tomaten-Pflanzen einpflanzen

Nach erfolgreichem Einpflanzen zeigen sich die ersten Tomaten-Blüten an der Pflanze.

Tomate mit Blüte

Tomate mit Blüte…


Tomate auf Balkon

Tomate auf Balkon

Tomatenjungpflanzen unter Pflanzenleuchten

Tomatenernte erhöhen – selber Biene spielen

Es gibt einen Trick, wie man die Anzahl der befruchteten Tomantenblüten an einer Rispe erhöhen kann. Tomatenblüten bestäuben sich selbst. Wenn nicht genügend Insekten unterwegs sind, kann man die Blüten leicht schütteln. Dann werden die Blüten besser befruchtet. Findige Gärtner benutzen hierfür eine vibrierende elektrische Zahnbürste.

5/5 (13)

Gefällt Dir der Artikel?

Gartenfreundin

Die Gartenfreundin hat jahrzentelange Erfahrung im Kleingärtnern und ist die Spezialistin für Blumen und die Gartengestaltung. Kein Wildkraut zu wild, keine Blume zu bunt lautet ihr Motto. Mit kreativen und unkonventionellen Ideen rund um den Garten ist sie die treibende Kraft hinter Garten-Know-How.de.

Das könnte dich auch interessieren …