Staudenbeet anlegen

Hat man die passenden Stauden entsprechend der Standortwahl ausgesucht, kann man ein schönes Staudenbeet anlegen. Allerdings wachsen Stauden nicht auf jedem Boden. Durch eine Fingerprobe des Bodens kann man seine Eigenschaften leicht erkennen und einordnen: Dafür feuchtet man etwas Boden an und zerreibt ihn in der Hand, um die Konsistenz zu prüfen.

Leichter sandiger Boden: rieselt durch die Finger
– hält nur wenig Wasser. Durch Einarbeitung von Humus kann die Wasserspeicherung verbessert werden.

Mittlerer Boden: Erde beschmutzt die Finger nur leicht
– Die meisten Pflanzen kommen hiermit gut zurecht – er ist gut für das Anlegen eines Staudenbeets geeignet.

Schwerer Boden (Lehm oder Ton): Finger werden stark verschmutzt
– Speichert Wasser gut, neigt zu Staunässe. Durch Einarbeitung von Sand, Kies oder Humus wird er durchlässiger.

 

Bodenvorbereitung zum Staudenbeet anlegen

Vor dem Anlegen eines Staudenbeetes muss der Boden gründlich vorbereitet werden:
– Unkräuter sorgfältig entfernen (Giersch, Quecke, Schachtelhalm, Ackerwinde).
– Aufbringen von Kompost oder Sand je nach Bodenbeschaffenheit.
– Boden lockern durch Hacken oder Umgraben
– Danach wird die Fläche mit einem Rechen planiert.
– Pflanzen sollte man im Frühjahr oder Herbst. Dann bleibt der Boden am besten feucht.

Regel für die Harmonie beim Staudenbeet anlegen:
die Breite des Beetes (mindestens 1m) sollte etwa wie die Höhe der größten Staude sein. Trittsteine erleichtern die Pflege.

Pflanzenauswahl für das Anlegen eines Staudenbeetes

Robuste Stauden für sonnige trockene Beete:

Sonnenbraut, Sonnenhut, Sommersalbei, Katzenminze, Gräser, Herbstastern, Bartiris, Wolfsmilch, Prachtscharte

Robuste Stauden für schattige Beete:
Funkien, Elfenblumen, Bergenien, Herbstanemonen, Farne, Taglilien, Christrosen, Immergrün, Storchschnabelarten, Prachtspieren, Waldsteinia, Kaukasusvergissmeinnicht

Bevor man mit dem Pflanzen und Staudenbeet anlegen beginnt, sollte man sich einen Pflanzplan mit der Anzahl der gewünschten Stauden erarbeiten, die für die entsprechenden Licht- und Bodenverhältnisse geeignet sind. Auch über die Farbauswahl sollte man sich Gedanken machen. Möchte ich eine harmonische Farbfolge (z. B. weiße, rosa und Blautöne) oder eher Kontrastfarben (gelb/orange-blau) wählen?
Bei großen Beeten kann man mit hellem Sand den Plan auf das Beet übertragen. Es ist aber auch möglich, die Pflanzen in Töpfen direkt erst einmal auf der Fläche aufzustellen und die Position entsprechend zu justieren.

Ein immer blühendes Staudenbeet anlegen zu können, ist eine unerreichte Utopie, aber in blüharmen Zeiten kann man durch Pflanzen mit schönem Laub oder Kübelpflanzen auch Blickpunkte schaffen. Im Herbst blühende Stauden sollten im Vordergrund stehen, damit sie die bereits verblühten etwas verdecken. Die Frühlingsblüher können weiter hinten stehen. Wenn sie einziehen werden sie durch den Neuaustrieb von anderen späterblühenden Stauden verdeckt. Man sollte die Stauden anfangs nicht so eng pflanzen, da sie sich schnell ausbreiten. Preisgünstige Sommerblumen (z. B. Zinnien, Jungfer im Grünen, Tagetes) können im ersten Jahr die Lücken füllen.

Für ein gelungenes Beet benötigt man:
– Gerüstpflanzen (Gehölze oder hohe Stauden/Gräser)
– mittelgroße Pflanzen (z. B. Mädchenauge, Phlox, Taglilien, Sonnenhut usw.)
– kleine Füllpflanzen (z. B. Bodendecker, wie Wollziest, Fetthenne usw.)
– Zwiebelpflanzen.

Reihenfolge des Pflanzens

Zuerst pflanzt man die gerüstbildenden Pflanzen, dann die mittleren, dann die Füllpflanzen und im Herbst kann man noch Zwiebelpflanzen in die Lücken pflanzen. Man sollte sie aber mit einem Kieselstein oder einem Stöckchen markieren, damit man sie später nicht versehentlich wieder ausgräbt und beschädigt. Um das Unkraut zu verhindern kann man mit organischem Material (z. B. getrockneter Grasschnitt) mulchen.

Staudenbeet anlegen

Staudenbeet anlegen

Pflege des Staudenbeets

Nach dem Staudenbeet anlegen muss das neue Beet natürlich auf gut gepflegt werden. Dazu gehören natürlich das Wässern, Düngen und der (Rück-) Schnitt. Wie man in den verchiedenen Jahreszeiten sein Staudenbeet pflegen kann und was man dabei beachten sollte, wird hier beschrieben.

Wässern

Die Topfballen der Stauden sollte man vor dem Pflanzen in einem Wassereimer tränken bis keine Blasen mehr aufsteigen. Sie sollten beim Einpflanzen genauso tief in der Erde stehen wie im Topf. Danach wird jede Pflanze einzeln angegossen. Am Anfang, direkt nach dem Staudenbeet anlegen, darf die Erde nicht austrocknen, damit die Stauden gut bewurzeln. Gegossen wird am besten in den Morgenstunden – und nicht direkt auf die Blätter.

Düngen

Die meisten Stauden freuen sich im Frühjahr über eine Gabe reifen Kompost. Er wird vorsichtig um die Stauden eingehäckelt. Zu viel Dünger verringert die Wiederstandsfähigkeit der Stauden gegen Pilzbefall. Ab August sollte nicht mehr gedüngt werden, da die meisten Stauden langsam einziehen. Dann wird ihre Winterhärte besser ausgebildet.

Stützen

Hohe Stauden benötigen rechtzeitig eine Stütze. Es gibt sehr viele Modelle zu kaufen, bewährt hat sich auch Reisig von Birke, das bei kleineren Pflanzen gut verwendet werden kann. Auch die vertrockneten holzigen Halme größerer Gräser eignen sich gut als Stütze.

Schnitt

Einige Stauden (z. B. Phlox) kann man vor der Blüte einen Teil der Triebe um ein 1/3 zurückschneiden. Dann sind sie standfester und blühen länger.
Bei vielen Stauden kann man die verblühten Blüten ständig abschneiden. Das Verlängert die Blütezeit.

Das Entspitzen (Entfernung der oberen Triebspitzen) um 1/3 im Juni führt zur längeren Blüte bei hohen Herbstastern, Chrysanthemen oder Sonnenbraut
Stauden wie Rittersporn, Spornblume, Ziersalbei, Dreimasterblume oder einige Storchschnabelarten blühen ein zweites Mal, wenn man sie nach der Blüte zurückschneidet (remontieren). Frauenmantel bildet nach dem Rückschnitt schönes neues Laub aus.
Selbstaussaat kann verhindert werden, wenn man die verblühten Blüten von Akelei, Spornblume, Fingerhut oder Frauenmantel abschneidet.

Teilen

Ist die Staude zu groß geworden und behindert die Nachbarn, kann sie geteilt werden und an andere Stelle wieder eingegraben oder an Neugärtner verschenkt werden. Das geschieht am besten im zeitigen Frühjahr (Stauden, die im Sommer oder Herbst blühen)
oder Herbst (Stauden, die im schon im Frühjahr blühen). Die kranken und vertrockneten Wurzelteile und die verkahlte Mitte der Staude sollte dabei immer entfernt werden..

Diese Stauden sollten etwa im dritten Jahr geteilt werden:
Mädchenauge, Sonnenhut, Indianernesseln, sibirische Wiesen-Iris

Lange am Platz bleiben können:
Pfingstrose, Elfenblume, Chinaschilf, Tränendes Herz, Schleierkraut, Kuhschelle

Kurzlebige Stauden: Gaura, Kokardenblume, Verbenen. Sie vermehren sich zum Teil durch Selbstaussaat.

Winterschutz

Es hat sich als günstig erwiesen, die Stauden erst im Frühjahr bei beginnendem Neuaustrieb zu schneiden. Die Stängel sind der beste Winterschutz und bieten vielen Nutzinsekten und Tieren Unterschlupf. Auch herabfallende Blätter, wenn sie nicht mit Pilzkrankheiten befallen sind, können Schutz bieten und bilden gleichzeitig Humus.

5/5 (1)

Gefällt Dir der Artikel?

Gartenfreundin

Die Gartenfreundin hat jahrzentelange Erfahrung im Kleingärtnern und ist die Spezialistin für Blumen und die Gartengestaltung. Kein Wildkraut zu wild, keine Blume zu bunt lautet ihr Motto. Mit kreativen und unkonventionellen Ideen rund um den Garten ist sie die treibende Kraft hinter Garten-Know-How.de.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.