Nutzgarten – Arbeiten im April

Apfelbaum pflanzen
Spätfrost schadet dem Apfelbaum

Gemüsegarten

Sind ausreichend Samen gekauft? Waren die letzten Sorten ertragreich? Ein Gartentagebuch hilft, sich an das letzte Jahr zu erinnern.
Wenn der Boden genügend erwärmt ist, können die Arbeiten im April beginnen und zahlreiche Gemüsearten direkt ausgesät werden: Radieschen, Spinat, Markerbsen, Möhren, Pastinaken, Wurzelpetersilie, Rettiche der entsprechenden Sorten. Ende April werden Rote Rüben und Blattmangold gesät.

Aber bei einigen Gemüsesorten gilt die alte Gärtnerweisheit: Säh` ich im April, kommt es wann es will – säh` ich im Mai, kommt es glei…

Die „zickige“ Petersilie wird jetzt im Freien ausgesät. Oft klappt das Aufgehen nicht oder die Blätter werden schnell gelb. Schuld können Bodenpilze sein. Gute Drainage ist wichtig. Erfolgreicher kann es sein, erst in Töpfe zu säen und dann später auszupflanzen.

Steckzwiebeln können schon in Reihen von ca. 15-20cm Abstand in den Boden gebracht werden. Danach werden sie leicht angehäufelt. Man kann sie vorher über Nacht in Wasser einweichen. Dann werden sie eher Wurzeln bilden.

Aussaat von Salat

Salate haben eine ziemlich kurze Kulturzeit. Man sollte nicht zu viele auf einmal sondern zeitlich etwas versetzt sähen. Dann hat man lange eine Erntemöglichkeit.
Pflänzchen von Kopf- und Eissalat, Kohlrabi, Brokkoli, Kopfkohl sowie Lauch und Zwiebeln können schon auf die Beete, am besten im Schutz von Vlies oder Folie. Diese sollte man unbedingt noch bereit halten.
Salatpflanzen wollen „Flattern“. Sie darf man nur bis zu den Keimblättern in den Boden pflanzen.
Auch Kohlrabistängel wollen frei über dem Boden stehen, sonst bildet sich keine Knolle.

Erbsen und Zuckererbsen kann man aussäen in Doppelreihen von 20–25 cm Abstand. Sie wünschen Kletterhilfen von Reisig oder Maschendraht.

Rukola wird gern unter Vlies gesät. Es hält auch Kohlerdflöhe ab, die die Blätter zerlöchern.
Sorten:
mehrjährige Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia): mehrere Ernten feinwürziger Blätter
einjährige Gemüserauke (Eruca sativa): viel Blattmasse aber schnelle Blüte, dann bitter

Kartoffeln pflanzen
Etwa ab Mitte April können Kartoffeln gelegt werden. Sie kommen ca.10 cm tief und im Abstand von 30 cm in den Boden. Der Reihenabstand sollte 40 cm betragen. Vorgekeimte Kartoffeln bitte vorsichtig mit Erde bedecken, da die Keime leicht abbrechen.

Mulchen
Sind die Gemüsepflanzen angewachsen, sollte man den Boden zwischen ihnen mulchen. Das verhindert das Verdunsten von Wasser, die Unkrautbildung und das Verkrusten des Bodens. Etwas verrotteter Kompost gibt den Pflanzen Starthilfe.

Arbeiten im Gewächshaus

Kontrolle von Frischluft und Temperatur ist sehr wichtig! Große Temperaturschwankungen sich typisch für das Frühlingswetter. Schnell führt die intensive Sonnenstrahlung zu Verbrennungen der Pflänzchen. Wichtig ist das Abhärten der Jungpflanzen vor dem Ausbringen ins Freie.

Im Gewächshaus können Anfang April kälteempfindliche Gemüse wie:
Auberginen, Tomaten, Sellerie, Paprika und später ab ca. 20. April Gurken, Kürbisse, Melonen und Zucchini gesät werden. Sie können erst nach den Eisheiligen ins Freie gepflanzt werden. Sät man sie zu früh werden die Pflanzen zu schnell zu groß und schwuppig.

Melonen und Gurken sollten nicht pikiert werden. Pro Topf sollte man 2-3 Samen 2cm tief aussäen und dann den stärksten Sämling stehen lassen. Ist der Topf gut durchwurzelt kann man ihn nach den Eisheiligen auspflanzen.

Bohnen vorziehen: Kälteempfindliche Stangenbohnen und Buschbohnen sollten schon in Töpfen vorkultiviert werden.

Tomaten pikieren
Die Tomaten müssen vorsichtig mit einem geeignetem Gerät (Löffelstiel oder Pikierholz) in Einzeltöpfchen gepflanzt werden wenn sie die ersten Blätter entwickelt haben. Einfacher geht es, wenn man die Samen in einem Quelltopf aus Kokosfasern oder einem verrottbaren Töpfchen aus zellulose gesät hat. Hier kann man den kleinen Topf gleich in den größeren umpflanzen, ohne das Tomatenkind zu stören.

Obstgarten
Die Obstbäume blühen. Es ist wie jedes Jahr eine wunderschöne Zeit im Garten. Hoffen wir, dass die Bienen gutes Flugwetter haben und kein Spätfrost die spätere Ernte bedroht.

Pflanzung
Ab April sollten nur noch Obstgehölze im Container neu gepflanzt werden.
Späte Pflanzung ist möglich bei: Aprikose, Nektarine, Pfirsich, Quitte
Himbeere und Brombeere

Obstbaumpflege

Altes Laub und alte Fruchtmumien müssen unbedingt entfernt werden.

Fruchtmumien

Fruchtmumien – so bitte nicht!

Die Anbindungen der Bäume sollten kontrolliert werden, ob sie noch die richtige Festigkeit (nicht zu locker und nicht zu fest) haben.
Das Herunterbinden der steil hinauf wachsenden neuen Triebe bei den meisten Obstbäumen fördert das Wachstum und die Fruchtbildung. Mit Draht oder Gewichten können sie in eine flachere Stellung gebracht werden. Je flacher sie sind, desto schwächer wachsen sie und bilden mehr Blüten.

Eine Schicht Kompost auf die Baumscheibe ist eine gute Düngung. Nicht zu viel Stickstoffdünger ausbringen von zu gut damit versorgten Blättern profitieren nur Schadinsekten wie Blattläuse.

Schädlinge an den Obstgehölzen werden zunehmend aktiv. Nur bei noch geschlossenen Knospen dürfen noch umweltverträgliche Mittel gespritzt werden.

Rankende Kapuzinerkresse soll vor Läusen schützen und sieht hübsch aus. Auch ihre Blüten sind essbar und dekorieren jeden Salat. Auch eine Begrünung mit Kerbel ergibt bei dessen Blüte eine Anlockung von Nutzinsekten.

Pfirsichbaum zurückschneiden
Ein jährlicher Rückschnitt gleich nach der Ernte oder im Frühjahr kurz vor der Blüte ermöglicht einen guten Ertrag im folgenden Jahr. Dabei werden ca. drei Viertel der Triebe entfernt und die übrigen auf drei Knospen eingekürzt. Dann können neue Fruchttriebe fürs nächste Jahr gebildet werden. Man sollte aber auch auf eine regelmäßige Kronenbildung achten.

Erdbeeren
Im vorjährigem Erdbeerbeet wird aufgeräumt und alte Blätter werden entfernt.
Erdbeerbeete neu anlegen:
Getopfte neue Erdbeeren können noch im April gepflanzt werden. Ein Folientunnel kann im Notfall vor Spätfrösten schützen. Im ersten Jahr sollte man die Blüten und Senker entfernen. Regelmäßig gießen!
Vor Blühbeginn kann man gereiften Gartenkompost oder speziellen Dünger um die Erdbeerpflanzen einarbeiten.Im ersten Jahr müssen die Ausläufer und Blüten entfernt werden, damit die Pflanzen kräftig wachsen. Regelmäßiges Gießen nicht vergessen. Kurz vor Blühbeginn sollte vorsichtig etwas Gartenkompost eingearbeitet werden.
Mulchen mit Stroh oder spezieller Gartenfolie regt das Wachstum an und unterdrückt das Unkraut.
Das Vorkommen von Erdbeerblütenstechern sollte kontrolliert werden. Er ist nur ca. 4 mm groß und nagt den Blütenstiel unterhalb der Knospe an Er legt sein Ei in die dann eintrocknende Knospe ab. Er kann mit geeigneten Mitteln bekämpft werden.

Rhabarber-Ernte
Die ersten Rhabarberstängel können geerntet werden. Man dreht sie möglichst mit einem Ruck aus der Basis. Aber bitte 2/3 der Stängel stehen lassen, sonst wird die Pflanze geschädigt. Blüten müssen entfernt werden. Die großen Blätter eignen sich gut zum Mulchen.

Himbeeren und Brombeeren zurückschneiden
Bei Sommerhimbeeren werden jetzt alle Ruten auf 1,60 bis 1,80 Meter eingekürzt.
Die abgetragenen Ruten der Brombeeren werden Bodenhöhe entfernt.
Wenn der Boden abgetrocknet ist kann gemulcht werden.

Johannis- und Stachelbeeren
sind Flachwurzler. Hacken ist hier ungünstig im Wurzelbereich. Deshalb ist auch hier eine Mulchung angebracht. Trockene Aste werden jetzt ausgelichtet.

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Gartenfreundin

Die Gartenfreundin hat jahrzentelange Erfahrung im Kleingärtnern und ist die Spezialistin für Blumen und die Gartengestaltung. Kein Wildkraut zu wild, keine Blume zu bunt lautet ihr Motto. Mit kreativen und unkonventionellen Ideen rund um den Garten ist sie die treibende Kraft hinter Garten-Know-How.de.

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