Die Aussaat von Gemüse – wann und wie?

Die Aussaat von Gemüse im Gewächshaus oder auf dem Fensterbrett schaft uns einen Vorsprung auf dem Weg zu leckeren Mahlzeiten. Hier gibt es Tipps für eine gelungene Aussaat.

Aussaat: Was wird benötigt?

Samen von guter Qualität – Kauf im Fachhandel empfehlenswert!

Alter Samen keimt manchmal nicht und selber gesammelter Samen von Tomaten erfüllt nicht immer die gewünschten Ansprüche. Nur aus samenfesten Sorten wachsen wieder Pflanzen mit den gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze. Im Handel werden meist Pflanzen als  F1-Hybriden angeboten. Ihre Nachkommen können wieder ganz andere Eigenschaften haben.

Keimprobe für älteren Samen:

Auf einem Teller wird eine Schicht Küchenkrepp gelegt und befeuchtet. Darauf streut man die zu testenden Samen. Man bedeckt sie mit einer durchsichtigen Folie und wartet die entsprechende Keimzeit. Das Papier muss immer feucht sein. Gehen mindestens die Hälfte der Samen auf oder mehr, dann ist der Samen  noch geeignet für die Aussaat. Ist es weniger als 50% dann sollte man sich die Mühe sparen, den Samen noch auszusäen.

Aussaaterde von guter Qualität (nährstoffarm, damit die Keimlinge gut bewurzeln)  – daran sollte man nicht sparen.

Geeignete Aussaatgefäße

Günstig sind Aussaattöpfe, die später gleich mit in den nächstgrößeren Topf umgepflanzt werden. Man muss nicht pikieren und so wird die Wurzelstruktur des Pflänzchens nicht gestört.

Man kann hierfür kleine Töpfe aus Zellulose (kein Torf)  nehmen, dann können die kleinen Keimlinge mit Topf in den nächstgrößeren Topf gepflanzt werden.

Im Handel gibt es spezielle Quelltöpfe, die bei Wasserzugabe aufquellen und den perfekten Nährboden  für die Samen sind. Sie werden dann mit dem Jungpflänzchen mit umgepflanzt.  Sie sollten besser aus Kokosfasern sein. Torf ist abzulehen, damit unsere Torfmoore nicht abgebaut werden.

Man kann Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier selbst herstellen, die ebenfalls gleich mit eingepflanzt werden. Das Papier zersetzt sich später.

Viele Gefäße des täglichen Bedarfs lassen sich verwenden, wenn sie Löcher im Boden haben, die das Wasser abfließen lassen und keine Staunässe entstehen lassen: z. B. Obstgefäße aus dem Supermarkt, Blumentöpfe, andere flache Plastegefäße, Aussaatkisten (z. B. leere 10er Trays von Stiefmütterchen) oder leere Eierkartons.

Die Anzuchttöpfe lassen sich in einem Mini-Gewächshaus schützen. Praktische Mini Gewächshäuser gibt es zum Beispiel hier.

Aussaatgefäß

Aussaatgefäß

Aussaatort und Aussaatzeit

Hat man ein geheiztes Gewächshaus, dann können einige Gemüsearten schon sehr zeitig ausgesät werden, damit sie bald Ertrag bringen. Kohlrabi und Blumenkohl können schon im Januar und Paprika, Chili und auch die Andenbeere schon im Februar ausgesät werden,

Auf der Fensterbank oder im kühlen aber hellen Treppenhaus können ebenfalls Pflanzen herangezogen werden. Man sollte ohne Gewächshaus aber erst ab März Gemüse aussäen. Die Jungpflanzen werden sonst zu groß und kippen um.

Robustere Gemüsearten wie Radieschen, Mangold  und Salat können auch direkt ab April/Mai ins Beet gesät werden.

Aussaat

In kleine Gefäße sät man mindestens 2 einzelne Körner. Der schwächere Keimling wird später entfernt. Die Samen werden gut angedrückt, damit sie genügend Bodenkontakt erhalten und mit wenig Erde (ca. 2x so hoch wie der Samen hoch ist)  am besten mit einem Sieb bestreut. Danach wird vorsichtig gewässert. Die Aussaatgefäße dürfen nicht austrocknen aber auch nicht zu nass sein. Für genügend Wärme (ca. 20°C) muss gesorgt sein. (Keimtemperatur beachten- steht auf der Samentüte).

Inzwischen gibt es Gemüsesamen auch auf Saatbändern. Hier ist schon der richtige Abstand der Samenkörner definiert. Das Saatband wird ins Aussaatgefäß gelegt und nach dem Bedecken mit Erde ständig feucht gehalten.

Gut ist „gespannte Luft“ für das Wachstum und gleichmäßige Feuchtigkeit und Wärme. Dazu bedeckt man die Saatgefäße mit einer Glasscheibe oder durchsichtigen Plastetüte oder Folie. Das Wasser verdunstet nicht so schnell.

Auch ein Mini-Gewächshaus hat sich dafür bewährt.

Wichtig ist ausreichend Licht, damit die Keimlinge nicht zu groß und dünn werden (schießen).

Minigewächshaus

Minigewächshaus

Auspflanzen

Ausgepflanzt wird in nährstoffreiche Erde, damit die Pflänzchen sich gut entwickeln und wachsen.

Man kann auch Gemüsesorten  (Zucchini, Melonen,  Kürbis, Gurken) länger in einem Topft wachsen lassen ohne zu pikieren. Dann sollte man erst nur wenig Aussaaterde in den Topf geben und dann mit nährstoffreicherer Erde nachfüllen, wenn die Pflänzchen schon ihre Keimblätter gebildet haben und über den Topf ragen.

Auspflanzzeit

Erst nach dem letztem Frost (ca. Mitte Mai) dürfen die Jungpflanzen ins Freie gepflanzt werden. Vorher kann man sich vorsichtig abhärten und sie tagsüber auf dem Balkon an die Freiheit gewöhnen (Vorsicht vor der Sonne –Sonnenbrandgefahr!).

Gewächshaus-Besitzer haben es da einfacher!

Gurke

Gurke

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Gartenfreundin

Die Gartenfreundin hat jahrzentelange Erfahrung im Kleingärtnern und ist die Spezialistin für Blumen und die Gartengestaltung. Kein Wildkraut zu wild, keine Blume zu bunt lautet ihr Motto. Mit kreativen und unkonventionellen Ideen rund um den Garten ist sie die treibende Kraft hinter Garten-Know-How.de.

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