Der Topfgarten – der Garten zum Üben für Anfänger und Fortgeschrittene

Topfgarten
Topfgarten

Gärtnern macht glücklich. Wie kann man das ausprobieren? Wer sich keinen großen Garten anschaffen kann oder will, der sollte es mit einem kleinen Topfgarten auf dem Balkon versuchen. Schnell wird man viel Freude daran finden und der Topfgarten wächst….und wächst.

Besonders in Städten und den Ballungszentren mit großer Verkehrsdichte können die winzigen grünen Oasen viel Freude bereiten. Es führt uns zu unseren Wurzeln zurück, wenn wir Pflanzen aufziehen und pflegen können. Wenn man über die Blüten schaut bekommt man eine fröhliche Stimmung. So etwas wie ein Urlaubsgefühl stellt sich ein. Insekten und Schmetterlinge werden magisch angezogen. Auch das Ernten macht Spaß. Man ertappt sich dabei, dass man mit seinen Pflanzen redet. Das Gärtnern schafft einen gesunden Ausgleich zur stressigen technischen Arbeitswelt.

Der Topfgarten

Als Erfinder der Topfgärten könnte man vielleicht schon die alten Griechen vermuten. Auch in heutiger Zeit kann man mit Freude durch ein griechisches Dorf gehen und die vielen farbenfrohen Gärten in Töpfen bewundern. Die meisten Bewohner schmücken ihre Häuser in den engen Gassen mit vielen Pflanzenkübeln. Bei den schmalen Straßen hat wirklich nur noch eine Topfreihe Platz. Aber man möchte auch hier auf einen Blumenschmuck im Mini-Vorgarten nicht verzichten.

Hier kann man ein Video mit Fotos aus Kreta sehen:

Im Topfgarten werden verschiedene Pflanzen in mehrere kleine und größere Töpfe oder Kübel gepflanzt. Man kann die Bepflanzung und auch die Anordnung der Töpfe sehr variabel gestalten und der Jahreszeit anpassen.

Topfgarten

Warum ein Topfgarten?

Ein Topfgarten hat viele Vorteile:

Man benötigt wenig Platz. Man ist mobil und flexibel. Man kann die Töpfe stets neu arrangieren und die Bepflanzung der Jahreszeit anpassen. Man kann sehr viel ausprobieren, was bei einer festen Bepflanzung schwierig und oft nur unter Verlusten möglich ist.

Man kann sich für einen bestimmten Stil entscheiden (modern, verspielt, romantisch, Bauerngarten, Gemüsegarten….) diesen aber auch mal wechseln

Man kann bei der Wahl der Pflanzgefäße seine Kreativität ausleben. Es müssen nicht immer teure Gefäße sein.

Befallen Schädlinge die Pflanzen, kann man die befallenen Töpfe schnell isolieren und die Schädlinge bekämpfen ehe sie auf andere Töpfe übersiedeln.

Pflanzgefäße für Topfgärten

Die Wahl des Gefäßes ist abhängig vom Budget, aber auch vom vorhandenen Platzangebot. Bei mehrjährigen Pflanzen und Gehölzen, die nicht winterfest sind, muss man sich auch Gedanken machen, wie und wo man sie überwintern kann.

Man sollte sich entscheiden, ob man Einzelpflanzen in Töpfen kultivieren möchte oder eine Zusammenstellung mehrerer Pflanzen. Davon hängt die Größe des Gefäßes ab.

Wer langlebige Töpfe kauft hat mehr für die Umwelt getan als jemand, der ständig neue Plastetöpfe in Modefarben kauft. Auch „Upcycling“ – die Verwendung von alten, skurrilen manchmal auch schönen Gefäßen (Schalen, Schüsseln, Gießkannen, Geschirr, Töpfe, Bratpfannen, Olivenölkanister, Eimer, alte Stiefel, Obstkisten, mit eigentlich fremdartiger Nutzung ist eine Empfehlung.

Topfgarten

 

Material für Pflanzgefäße

Kunststoff

Diese Gefäße sind wasserundurchlässig,  preiswert und sind inzwischen in vielen Formen und Farben zu bekommen. Da sie sehr leicht sind, muss man sie gut befestigen oder verankern. Sie haben den Vorteil, dass sie sehr leicht sind. Allerdings bleibt die Feuchtigkeit darin länger erhalten.

Terrakotta/Keramik

Sie sind wasserdurchlässig, meist schwer und standfest aber zerbrechlich. Sie sind oft nicht frostfest. Es gibt verspielte und moderne Formen.

Glasierte Keramik ist wasserundurchlässig und wird eher in Räumen eingesetzt.

Naturstein

Nicht gerade preiswert aber dafür sehr langlebig sind Gefäße aus Naturstein (Granit, Sandstein o.ä.). Sie können sehr elegant oder rustikal gestaltet sein. Allerdings ist ihre Mobilität auf Grund der Schwere etwas eingeschränkt. Sie sind allerdings hinsichtlich ihrer Bepflanzung variabel.

Blech/Metall

Verzinktes Blech ist leicht und wasserundurchlässig. Metallgefäße sollten aus rostfreiem Material sein, es sei denn, man liebt diese Patina.

Holz

Holzgefäße ohne Behandlung sollte man nicht direkt bepflanzen, sondern eher als Übertopf nutzen. Bepflanzt man sie, dann muss man sie mit einer Folie schützen. Unbedingt an ein Wasserabzugsloch denken!

Standort und Pflege für Topfgärten

Überall, wo man sich mit Pflanzen umgeben möchte, kann man Töpfe aufstellen: auf dem Balkon, auf der Terrasse, im Wintergarten, im Zimmer, an der Hauswand.

Jede Pflanze hat individuelle Ansprüche an den Standort. Wichtig sind die Licht- und Wasserverhältnisse. Aber auch die Windbedingungen sind zu beachten. Gerade auf Balkons kann es heftig wehen – besonders wenn er in Ost-Westrichtung angebracht ist. Manchmal empfiehlt sich hierbei sogar ein Anbinden von großen Pflanzen. Ob sonnig oder schattig oder windig- wichtig ist die richtige Pflanzenwahl.

Kübelpflanzen für den Schatten/Halbschatten:

Funkien, Purpurglöckchen, Taglilien, Fuchsien, Fleißige Lieschen, Begonien

Kübelpflanzen für sonnige Standorte:

Hibiskus, Dipladenia, Geranien, Petunien, Enzianstrauch, Zitruspflanzen, Olivenbaum, Sukkulenten, Kräuter, Lavendel, Strauchmargeriten

Pflanzen für windige Standorte
Hier sollte man die Geranien den Petunien vorziehen. Sie sind wesentlich robuster.

Topfgarten

Topfgarten

Gießen und Düngen von Topfgärten

Die Gefäße, die unter freiem Himmel stehen müssen unbedingt ein Abflussloch für Regenwasser haben. Sonst schwimmen die Pflanzen oder „ertrinken“. Fäulnis ist die Folge. Geeignete Untersetzer helfen beim Wasserhaushalt und verringern die Gießmenge bei Regen. Sie sollten aber nach einem Regen bald geleert werden. Feuchteliebende Pflanzen (z. B. Hortensien) vertragen mit Wasser gefüllte Untersetzer besser.

Natürlich trocknen Topfgärten schneller aus, da das Erdvolumen wesentlich kleiner ist als im Beet. Deshalb sollte man sich Gedanken machen, wie besonders im Hochsommer und in Urlaubszeiten eine ausreichende Bewässerung ermöglicht werden kann. Es gibt inzwischen schon automatische Bewässerungsanlagen. Auch Flüssigdüngergaben kann man damit gut dosieren.

Da die Pflanzen sehr eng beieinanderstehen ist auch eine ausreichende Düngung nötig. Schon bei der Wahl der Erde sollte man nicht zu sparsam sein und eine hochwertige Erde ohne Torf wählen. Oft gibt es auch speziell für bestimmte Pflanzen abgestimmte und vorgedüngte Erde im Fachhandel.

Topfpflanzen schneiden

Bei geeignetem Standort und guter Pflege werden die Pflanzen schnell sehr üppig und bedrängen einander. Mit einer Gartenschere schafft man Luft für beengte Pflanzen. Man schneidet zu groß gewordenen Triebe ab und achtet dabei auf einen harmonischen Wuchs.  Die Kronen der stark wachsenden Pflanzen können auch mal rund geschnitten werden.

Schädlingsbekämpfung bei Topfgärten

Ab und zu kontrolliert man die Töpfe auf unerwünschten Zuzug von Blattläusen, Spinnmilben, Ameisen und ähnlichem lästigen Getier. Bei Bedarf entsprechende Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzten. Am naturverträglichsten sind die auf Rapsölbasis.

Schnecken haben hier etwas schlechtere Bedingungen durch die zu überwindendenden Topfhöhen.

Topfgärten überwintern

Hat man sich für langlebige Pflanzen entschieden, dann muss für die frostempfindliche Südländer ein geeigneter Winterplatz gefunden werden, der möglichst auch noch etwas Licht bereitstellt.

Auch frostharten Pflanzen muss man einen Kälteschutz geben, damit ihr kleiner Topf nicht schnell durchfriert.

Gestaltung des Topfgartens und Auswahl der Pflanzen

Beim Bepflanzen der Töpfe sollte man folgendes beachten:

Wie auch in der Staudenbeetgestaltung gibt es für den Topfgarten eine geeignete Auswahl von Leitpflanzen, Strukturpflanzen und Füllpflanzen. Sie sollten in Form und Farbe miteinander harmonieren. Bei der großen Auswahl passende Gewächse zu finden ist nicht so schwer. Die Pflanzen sollten nicht zu groß werden und standortgerechte Bedürfnisse haben. (Sonne, Schatten, Wind, Feuchtigkeit, Platzbedarf). Am einfachsten ist die Gestaltung mit Sommerblumen, die keine Überwinterungsmöglichkeit brauchen.

Leitpflanzen für Topfgärten

Sie sind relativ groß und bilden den Blickfang für die Sammlung. Geeignet hierfür sind Gehölze wie Oleander, Engelstrompeten (brauchen beide viel Wasser)  sowie ein Feigen- oder Zitrusbaum. Auch als Stämmchen gezogene Sträucher können verwendet werden. Hochgewachsene Pflanzen wie Rittersporn, Rizinus und auch Kletterpflanzen (Clematis, Schwarzäugige Susanne, Kresse, Feuerbohnen) am Spalier zeigen Höhe. Die Auswahl ist auch abhängig vom Platzangebot. Auch hohe Gräser wirken gut.

Strukturpflanzen für Topfgärten

Strukturpflanzen bringen optische Ruhe in die Sammlung. Häufig werden dafür Grünpflanzen verwendet. Beispiele dafür sind: Funkie, Buchsbaum, Efeu, Sommerzypresse, kleine Koniferen

Füllpflanzen für Topfgärten

Bei kleineren Füllpflanzen sind besonders die Blüten, das Laub und die Form wichtig. Man kann monochrome Gärten schaffen, aber auch harmonisch abgestimmte Farben verwenden. Es kann dezent zugehen oder auch sehr farbig gestaltet sein – je nach Wunsch.

Verwendet werden hierzu gern alle Sorten von Balkonpflanzen wie Petunien und Geranien sowie Begonien und Funkien für schattige Plätze. Hier gibt es ein großes Angebot. Auch Kräuter können verwendet werden. Sie punkten außer mit interessantem Laub zusätzlich mit intensivem Aroma und würzen die Speisen. Mediterrane Kräuter wie Basilikum, Rosmarin, Thymian, Lavendel und Oregano finden in jedem Topfgarten ein Plätzchen wie auch Petersilie, Schnittlauch und Kerbel.

Sehr anspruchslos hinsichtlich Wasserversorgung sind Sukkulenten. Man kann mit ihnen kleine Mini-Steingärten pflanzen.

Sukkulente

Sukkulente

 

Obst- und Gemüsepflanzen in Topfgärten.

Wie schöne wäre es, eine Erdbeere von der Pflanze zu naschen, ohne sich bücken zu müssen…Das ist auf dem Balkon kein Problem. Auch kleinwüchsige Obstbäume werden zurzeit häufig angeboten.

Stellt man den Kräutern im Topf noch Exemplare von verschiedenen Gemüsesorten (Paprika, Aubergine, Tomaten, rotlaubigen Mangold oder graublättrigen Palmkohl) dazu dann ist die gesunde und vitaminreiche Küche gesichert. Artischocken sind ebenfalls sehr attraktive distelähnliche Pflanzen.

Der 4 – Jahreszeiten – Topfgarten

Jede Jahreszeit hat ihre speziellen Favoriten. Im Frühjahr sind es vor allem die Zwiebelpflanzen beginnend mit Schneeglöckchen und Winterlingen und fortgesetzt mit Tulpen, Narzissen, Traubenhyazinthen und Hyazinthen. Wichtig ist, die Zwiebelpflanzen schon im Herbst zu pflanzen, da sie zum Entwickeln ihrer Blüten einen Kälteschub brauchen.

Ihnen folgen Stiefmütterchen, Tausendschön und Hornveilchen. Im Frühsommer gibt es ein riesiges Angebot von attraktiven Balkonblumen. Im Herbst folgen Astern und schön gefärbte Gräser sowie Heide und Blattpflanzen. Auch im Winter muss es nicht kahl aussehen im Topfgarten. Verschiedene Koniferen, Ilex und auch Buchsbaum, Eibe und Tannengrün beleben Balkon und Terrasse.

Man kann die Pflanzen in Einzeltöpfe pflanzen oder auch einen großen Kübel mit einem Leitgehölz bestücken, das dann entsprechend der Jahreszeit mit anderen Füllpflanzen neu umpflanzt wird.

Topfgarten-im-Frühling

Frühling

Sommer

Herbstdekoration

Herbst

Topfgarten-im-Winter

Winter

Herbstdekoration

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Gartenfreundin

Die Gartenfreundin hat jahrzentelange Erfahrung im Kleingärtnern und ist die Spezialistin für Blumen und die Gartengestaltung. Kein Wildkraut zu wild, keine Blume zu bunt lautet ihr Motto. Mit kreativen und unkonventionellen Ideen rund um den Garten ist sie die treibende Kraft hinter Garten-Know-How.de.

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