Aussaat – jetzt geht es los!

Mangold
Mangold

Der Frühling hat zumindest kalendarisch begonnen. Nun beginnt die Vorbereitung der Sommersaison im Blumengarten und im Gemüsegarten. Damit man mit einer schnellen Ernte oder Blüte rechnen kann, sollte man einige Pflanzen vorkultivieren. Das trifft besonders für Tomaten, Paprika und Sommerblumen zu. Einige Pflanzen kann man schon zeitig ins Freiland säen. Die genauen Aussaatanweisungen stehen immer auf der Samentüte.

Keimfähigkeit

Sehr oft hat man noch Restbestände vom Vorjahr an Saatgut zu Hause. Eine Keimprobe zeigt, ob man sie noch verwenden kann:
Auf ein feuchtes Zellstoff-Küchentuch kann man einige Körner aussäen. Wenn nach der üblichen Keimzeit nur die Hälfte der Samen aufgeht, dann sollte  man neues Saatgut kaufen.

Die Keimfähigkeit von Petersilie und Schwarzwurzel ist sehr kurz. Länger keimen noch Radieschen, Gurken und Kürbis.

Angebrochene Samentüten müssen unbedingt trocken und kühl gelagert werden – am besten gut getrocknet in Schraubgläsern.

Vorsicht ist geboten mit selber gesammelten Samen von Gurken, Zucchini und Kürbis. Es können durch Rückkreuzungen wieder hohe bittere Cucurbitacin-Gehalte entstehen wie bei den giftigen Vorfahren und auch noch einigen Zierkürbissorten vorhanden.

Aussaat im Gewächshaus oder am Fensterbrett:

Gefäße:  gut gereinigte Saatschalen oder Blumentöpfe

Erde:  am besten feinkrümelige und nährstoffarme Aussaaterde kaufen!

Aussaat:  Samen fein verteilen und leicht andrücken, mit einer sehr dünnen Erdschicht bedecken (Achtung, es gibt auch Lichtkeimer), dann  mit einer feinen Brause oder Sprüher anfeuchten (keinen Sumpf erzeugen!), dunkel stellen. Anfangs ist es günstig, eine Folie oder durchsichtige Plasteabdeckung über das Saatgut zu decken. Damit wird ein Mikroklima erzeugt, dass das Keimen fördert.

Keimtemperatur: ca. 18-22°C

Wenn die ersten Keimblätter sprießen müssen die Töpfe an einen hellen Platz aber ohne direkte Sonne gestellt werden. Werden die Pflänzchen zu groß dann werden sie in neue Töpfe vereinzelt. Wichtig ist jetzt genügend Licht. Kurz vor dem Ausbringen ins Freie sollte man die Pflanzen etwas abhärten (erst nur tagsüber ins Freie stellen oder Gewächshaus lüften).

Direktsaat ins Freiland

Die Erde im Beet sollte feinkrümlig sein. Vorherigen Umgraben, Unkraut entfernen und mit dem Rechen glätten ist günstig. Die Saat sollte so dick mit Erde bedeckt werden wie die Samen groß sind. Dabei muss man beachten, ob es sich um Licht- oder Dunkelkeimer handelt. Das ist auf der Samenüte beschrieben. Radieschen kann man je nach Wetterprognose Ende März/Anfang April ins Freiland säen. Wenn der Boden etwas wärmer ist können im April auch Bohnen, Salat, Tagetes und andere folgen.

Reihensaat

…wird häufig im Gemüsegarten angewandt. Der Abstand der Saatrillen sollte je nach Pflanzengröße 20-40cm betragen. Sind die Abstände zu gering führt es zu Behinderungen der Gemüsepflanzen. Sie wachsen kümmerlich und können nach Regenfällen schlecht abtrocknen.

Horstsaat

Buschbohnen werden besser in kleinen Gruppen von 4-5 Körnern gesät. Sie stützen sich später gegenseitig und die Bohnen faulen nicht so schnell, wenn sie nicht auf dem Boden liegen.

Breitwürfige Aussaat

Bei Gründüngerpflanzen oder Feldsalat kann man die Samen ungeordnet breit streuen. Dann ist aber keine gute Unkrautpflege möglich. Da diese Pflanzen meist überwintern ist das jedoch nicht so nötig.

Saattiefe

Samen dürfen nicht zu tief gesät werden. Die Samenkörner werden nur 3-4 mal so hoch mit Erde bedeckt, wie sie groß sind – etwa 2-5 cm.

Licht- oder Dunkelkeimer?

Lichtkeimer

entwickeln sich nur, wenn die Samen genügend Licht zum Keimen erhalten. Sie werden kaum oder nur gering (o,5cm) mit Erde bedeckt. Dazu gehören die meisten Kräuter wie:

Sellerie, Basilikum, Bohnenkraut, Estragon, Majoran, Thymian, Ysop, Kamille, Baldrian, Dill, Zitronenmelisse, Minze

Sommerblumen:

Löwenmäulchen, Leberbalsam, Levkoje, Mittagsblume und viele mehr…

Dunkelkeimer

werden ausreichend mit Erde bedeckt. Dazu gehören:

Sauerampfer, Borretsch, Pimpinelle, Bohnen, Spinat, Zucchini,

Stauden und Sommerblumen wie z. B.

Lupinen, Christrosen, Storchschnabel, Rittersporn, Königskerze und viele mehr…

Pflege der Saat

Nach dem Säen wird mit einer feinen Brause vorsichtig gewässert, damit die Samenkörner Bodenkontakt bekommen aber nicht wegschwimmen. Wichtig ist eine deutliche Markierung der Saatzeilen, die nicht abgewischt werden kann (am besten mit einem wasserfesten Stift).

Auch nach Erscheinen der ersten Keimblätter wird regelmäßig gewässert, damit der Boden nicht verkrustet und die feien Wurzeln sich entwickeln können. Sind die Pflänzchen zu dicht gewachsen wird ausgedünnt.Man sucht dabei die kräftigste Pflanze aus und entfernt die schwächeren. Man kann diese auch an anderer Stelle wieder einpflanzen wenn die Wurzel nicht verletzt wurde (Pikierholz verwenden!).

In rauen Lagen kann man Vliese über die Saat legen. Dann bleibt der Boden gleichmäßig trocken und Schadinsekten habe keine Chance.

 

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Gartenfreundin

Die Gartenfreundin hat jahrzentelange Erfahrung im Kleingärtnern und ist die Spezialistin für Blumen und die Gartengestaltung. Kein Wildkraut zu wild, keine Blume zu bunt lautet ihr Motto. Mit kreativen und unkonventionellen Ideen rund um den Garten ist sie die treibende Kraft hinter Garten-Know-How.de.

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